Die Leddas servieren „Pizza e Caffé“

Sardisches Lebensgefühl in Ehrenfeld!

Der Zufall, so heißt es, schreibt die besten Geschichten. Auf die Geschichte von Pizza e Caffé trifft das sicher zu. Hier erzählen Antonio „Toni“ Ledda und seine Frau Lucia die Geschichte ihres Bistros in der Subbelrather Straße 159 und schildern ihre Sicht auf Ehrenfeld, dem Viertel in dem sie sich zuhause fühlen.

Der Zufall wollte es, dass Antonio im Sommer 2010 auf dem Weg zum Supermarkt am ehemaligen „Kleinen Herrensalon“ des stadtbekannten Promi-Friseurs Peter Krahl vorbeiging, als gerade jemand einen Zettel mit der Aufschrift „zu vermieten“ im Schaufenster anbrachte.

Antonio: Als ich den Zettel gesehen habe, kam mir direkt der Gedanke dass ich echt Bock hätte mich selbständig zu machen. Und dann haben wir es riskiert.

Lucia: Zu dem Zeitpunkt waren unsere Kinder auch alt genug um das zu versuchen. Wir sind Familienmenschen. Zuerst kommt die Familie, dann alles andere. Das hat auch die Entscheidung mit beeinflusst. Wir haben vorher nicht in Ehrenfeld gearbeitet, aber unsere Kinder gingen hier zur Schule und in den Kindergarten.

Antonios Frau Lucia arbeitete zu diesem Zeitpunkt in der ersten „Coffee-Lounge“ Kölns. Antonio hatte bereits seit dem achtzehnten Lebensjahr Gastronomieerfahrung gesammelt, als Barkeeper, Barista und im Hotelgewerbe. Nun war aus seiner Sicht der Zeitpunkt gekommen, diese Erfahrung für ein eigenes Projekt zu nutzen.

Antonio: Gastronom zu sein ist ein sehr komplexer Beruf. Ohne Erfahrung geht es nicht. Quereinsteiger gehen oft pleite. Die sagen sich „ich finde nichts anderes, dann verkaufe ich halt Essen.“ Aber man muss dafür geboren sein. Man muss ein guter Gastgeber sein, man braucht Menschenkenntnis, Erfahrung in der Menschenführung und Psychologie ist auch Teil des Ganzen!

Lucia: Wir haben zusammen überlegt, dass wir leckeren Kaffee anbieten wollen, das war von Anfang an klar. Dann kam die Überlegung dazu, Focaccia, Panini und kleine Pizzette anzubieten. Ich war von Anfang an überzeugt, dass das hier gut laufen würde. Wenn man etwas mit Leib und Seele macht, dann hat man auch Erfolg.

Der Versuch, das Geschäft als „Focacceria“ eintragen zu lassen, scheiterte an einem Beamten, der mit den Feinheiten der italienischen Küche ganz offensichtlich nicht sehr vertraut war. Er erklärte den beiden kurzerhand: „Focacceria kann ich hier nicht eintragen, so was gibt es nicht“.

Lucia: Da haben wir gesagt, dann nennen wir es eben Bistro!

Antonio: Ich wollte einen Namen, der auf den Punkt bringt, was es bei uns gibt. So kam ich auf Pizza e Caffé.

Lucia: Ich habe dann das Logo gezeichnet und dann haben wir den Laden entsprechend umgebaut. Am Ersten Tag haben wir um zehn Uhr vormittags aufgemacht und waren um achtzehn Uhr ausverkauft. Da waren wir total happy! Zwei Jahre habe ich noch zusätzlich in einem anderen Laden gearbeitet. Toni hat unseren Laden zuerst fast alleine geschmissen, dann bin ich ganz rüber und heute sind wir insgesamt zu siebt. Wir haben ganz tolle Mitarbeiter, die sich voll mit dem Laden identifizieren. Das war nicht immer so, aber jetzt haben wir eine tolle Crew und wenn das Team super ist, dann macht die Arbeit sehr viel Spaß. Wir finden es auch toll, dass unsere mittlere Tochter Fabiana regelmäßig im Laden aushilft und uns unterstützt.

Es dauerte nicht sehr lange, bis „Pizza e Caffé zum Geheimtipp unter den Pizza-Liebhabern Ehrenfelds geworden war. Im wahrsten Sinne des Wortes durch die „Mund-zu-Mund-Propaganda“ zufriedener Kunden.

Lucia: Pizza haben wir zuerst eigentlich nur nebenbei angeboten. Nach und nach wollten die Leute aber immer öfter Pizza haben. Irgendwann hieß es nur noch Pizza, Pizza, Pizza (lacht). Darum haben wir einen größeren Ofen angeschafft und dann einen zweiten und jetzt ist Pizza unser Hauptgeschäft.

Antonio: Wir bieten nicht alles Mögliche an, wir haben keine große Karte. Mein Motto ist: lieber weniger anbieten, aber dafür sehr viel Qualität.

Tatsächlich wird man als Gast nicht von einer Riesenkarte überfordert. Eine gewisse Anzahl Pizzen, darunter immer eine Tagespizza, und frisch gemachte Lasagne umfasst das Angebot bei Pizza e Caffé. Dazu gibt es noch belegte Panini und für Rohkostfreunde steht ein gemischter Salat auf der Karte. Weniger ist hier mehr, denn der täglich frisch angerührte Pizzateig, die täglich nach geheimem Hausrezept hergestellte Tomatensauce und die frischen Zutaten machen jede Pizza zu einem echten Genuss. Auch die Kaffeespezialitäten stechen durch ihre besondere Qualität hervor. Das ist auch der Zeitschrift Prinz aufgefallen, die über „die Liebe zum Detail“ berichtete, mit der die Leddas ihre Pizzen zubereiten und führt Pizza e Caffé unter den „Top Ten der besten Adressen für leckere Pizza in Köln“.

Das freundliche Ambiente trägt dazu bei, dass man sich als Gast dort sofort wohlfühlt. Dezent verweisen einige Elemente auf die sardischen Wurzeln der Familie Ledda. An den Wänden findet man eine Reliefkarte Sardiniens und gerahmte Fotos sardischer Sehenswürdigkeiten. Pizza e Caffé hat sich im Verlauf der letzten acht Jahre zu einem Publikumsmagneten mit sehr viel Stammkundschaft entwickelt, der aus Ehrenfeld nicht mehr wegzudenken ist.


Apropos Ehrenfeld. Wie sehen die beiden eigentlich ihr Viertel?

Antonio: Aus meiner Sicht hat sich Ehrenfeld voll zum Positiven hin entwickelt. Früher wollte kaum jemand hier wohnen. Dass die Straßen, wie beispielsweise die Subbelrather und die Venloer Straße neu gemacht wurden finde ich sehr gut. Dass es hier viele kleine Läden gibt, dazu viele Clubs und Bars, gefällt mir auch sehr gut. Es sind viele junge Leute hierher gezogen. Hier leben auch viele Künstler, das war früher nicht so. Aus meiner Sicht hat sich vor allem die Körnerstraße sehr positiv entwickelt. Was die Gastronomie angeht, gefällt mir das „Hemmer“ und die Atmosphäre im „Neumann’s“. Das „Adana“ finde ich super und auch das „Karl Hermanns“. Da sind die Burger leckerer als woanders. Was mir nicht gefällt ist, dass die Mieten in Ehrenfeld mittlerweile einfach zu hoch sind.

Lucia: Ja, die Körnerstraße ist eine Art „große Familie“ geworden, aber halt auch eine große „Hipsterfamily“. Hier denken alle, sie seien kreativ (lacht), aber manchmal ist mir das fast ein bisschen zu viel. Aber es ist trotzdem eine tolle Community und es gibt hier eine tolle Grundschule. Unsere drei Kinder waren alle dort. Hier wohnen auch viele ganz normale Familien. Ich habe fast mein ganzes Leben in Sichtlinie des Fernsehturms gewohnt, ich sehe mich als „Ur-Ehrenfelderin“. Das ist meine Heimat. Hier gibt es alles, Bars, Künstler, Handwerker, alles beieinander. Es ist eher eine große Siedlung als ein Viertel. Und der Grüngürtel ist direkt in der Nähe. Bei schönem Wetter sind wir da oft.

Trotz der Unterstützung durch die Mitarbeiter ist der Betrieb von „Pizza è Caffè“ ein Vollzeitjob. Täglich stehen Antonio und Lucia hinter der Theke. Viel Zeit für Hobbies bleibt da nicht. Die wenige Freizeit, die ihnen bleibt, nutzen beide auf ihre eigene Weise.

Antonio: Ich liebe Fußball! Ich war früher auch mal selbst Vereinsspieler. Ich bin auch heute noch fußballverrückt. Ich bin ein „Juventino“, absoluter Juventus-Fan. An den Wochenenden spiele ich noch hobbymäßig, wenn ich Zeit habe.

Lucia: Mein Hobby ist shoppen (lacht). Aber ich mache auch Sport und gehe gerne mit Freundinnen was trinken. „Mädchenkram“ halt (lacht).


Pizza e Caffé
Subbelrather Str. 159
50823 Köln

Pizza e Caffé Homepage